Forex Glossar

Lernen Sie die wichtigsten Begriffe rund um den Devisenhandel und erfahren Sie mehr über Währungsmanagement mit unserem umfangreichen Forex Glossar.

Abwertung

Bezeichnet den bewussten Rückgang des Preises einer Währung infolge einer direkten Intervention der Behörden, üblicherweise der Zentralbank. So kann ein Exportland beispielsweise intervenieren, um seine Währung abzuwerten und auf diese Weise seine Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen.

Ask-Preis

Der Kaufpreis für ein Währungspaar, der systematisch etwas über dem Marktpreis liegt.

Bärenmarkt

Ein Markt, auf dem die Preise tendenziell sinken.

Bid-Preis

Der Verkaufspreis für ein Währungspaar, der systematisch unter dem Marktpreis liegt.

BOC

Als Abkürzung für Bank of Canada. Ihr wichtigstes geldpolitisches Ziel ist es, den Verbraucherpreisindex in einer Bereich zwischen 1 % und 3 % zu halten. Im Zuge der Corona-Krise ist sie neue Wege gegangen und hat ein Programm zum Aufkauf von Vermögenswerten (kanadischen Staatsschulden) aufgelegt. Im Gegensatz zur EZB, die Schulden nur auf dem Sekundärmarkt (der in etwa dem Markt für Gebrauchtwagen entspricht) aufkaufen kann, kann die BOC Schulden auch auf dem Primärmarkt (bei Ausgabe von Staatsanleihen direkt vom kanadischen Schatzamt) aufkaufen.

BOE

Als Abkürzung für Bank of England. Sie verfügt über ein hierarchisches Mandat. Sie muss erstens für Preisstabilität sorgen (jährliches Inflationsziel von 2 %) und zweitens die Wirtschaftspolitik unterstützen, indem sie Wachstum und Beschäftigung fördert. Im Gegensatz zur SNB greift sie nicht direkt in den Devisenmarkt ein, um das Pfund Sterling gemäß den wirtschaftlichen Zielen des Landes schwanken kann.

BOJ

Als Abkürzung für Bank of Japan. Sie war die erste Zentralbank, von der Anfang der 2000er Jahre unorthodoxe geldpolitische Maßnahmen (Programme zum Aufkauf von Vermögenswerten) eingeführt wurden, um die Deflation zu überwinden. Der Erfolg war mäßig. Die BOJ hat es nie geschafft, ihr Inflationsziel von 2 % auch nur annähernd zu erreichen. Sie betreibt eine Politik des wahllosen Aufkaufs von Vermögenswerten, die mittelfristig kaum zu stoppen sein dürfte.

Breakout

Eine passende Übersetzung dieses englischen Begriffs gibt es nicht. Wenn ein Breakout am Devisenmarkt auftritt, dann hat ein Devisenpaar eine wichtige technische Schwelle (Pivot-Punkt, Widerstand oder Unterstützung usw.) durchbrochen. Ganz grundsätzlich wird davon ausgegangen, dass dies der richtige Zeitpunkt ist, um in Richtung des Trends in den Markt einzusteigen.

Bull

Heißt Bulle auf Deutsch. Dieser Begriff wird häufig für Anleger verwendet, die glauben, dass es bei einem Vermögenswert, einer Branche oder einer Währung zu einem Preisanstieg kommen wird. Genauso wird der Begriff Bull Market für einen steigenden Markt verwendet.

Bullenmarkt

Ein Markt, auf dem die Preise tendenziell steigen.

Cross

Bezeichnet ein Währungspaar (z. B. EUR/USD).

Derivat

Bei diesem Begriff kann es sich entweder um ein Termingeschäft oder eine Option handeln. Nutzen Sie unser Glossar, um sich mit diesen Begriffen vertraut zu machen.

Devisenforward

Dabei handelt es sich um eine Vereinbarung zwischen zwei Parteien, einen Vermögenswert zu einem vorab festgelegten Preis und zu einem bestimmten zukünftigen Zeitpunkt zu kaufen oder zu verkaufen. In vielerlei Hinsicht ähnelt der Devisenforward den Futures oder Termingeschäften. Es gibt jedoch zwei Unterschiede: Der Devisenforward wird auf einem außerbörslichen Markt (zwischen Banken und Finanzinstituten) gehandelt und ist im Hinblick auf Beträge und Fälligkeitstermine nicht standardisiert. Bei der Vertragsauflösung wird die Differenz zwischen dem im Voraus ausgehandelten Preis und dem Marktpreis abgerechnet. Dieses Instrument ist sehr wirksam, um das Wechselkursrisiko zu steuern. Sein Hauptnachteil besteht darin, dass ein Unternehmen, das ihn verwendet, nicht von einem eventuell günstigen Anstieg des Wechselkurses profitieren kann.

Devisenmarkt

Der Markt, auf dem Währungen gehandelt werden. Er hat mehrere Merkmale: 1) Es ist ein außerbörslicher Markt (ohne Zwischenhändler); 2) er ist weltweit; 3) er läuft aufgrund der Zeitverschiebungen ununterbrochen; und 4) in Bezug auf die gehandelten Beträge ist er der größte (ca. 4 Mrd. USD täglich, das ist das 12-fache des gesamten Betrags, der auf den Aktienmärkten der Welt gehandelt wird).

Devisenoption

Über den Einsatz dieses Instruments zur Management des Wechselkursrisikos erwirbt das Unternehmen, das eine Devisen-Call-Option kauft, die Möglichkeit, einen bestimmten Betrag an Devisen zu einem ursprünglich festgelegten Preis (man spricht vom Ausübungspreis) bis zu einer bestimmten Frist (man spricht vom Ausübungsdatum) zu kaufen. Beachten Sie, dass es sich dabei um ein Recht und nicht um eine Pflicht handelt. Üblicherweise werden drei Arten von Optionen unterschieden: 1) Spot- oder Kassa-Währungsoptionen mit einer Lieferung 48 Arbeitsstunden nach dem Ausübungsdatum; 2) Rechnungsoptionen, die ein Versprechen auf eine Lieferung zu einem späteren Zeitpunkt und zu einem von Anfang an festgelegten Kurs sind. Diese Verträge sind standardisiert; 3) Optionen auf Terminkurse mit dem Recht, zu einem bestimmten Zeitpunkt eine Währung auf Termin zu kaufen oder zu verkaufen, aber mit einer Lieferung, die erst zu einem späteren Zeitpunkt stattfindet. Der Hauptvorteil von Devisenoptionen besteht darin, dass sie es dem Unternehmen ermöglichen, sich einen Wechselkurs zu sichern, ohne die Möglichkeit zu verlieren, die Transaktion am Kassamarkt durchzuführen, falls der Wechselkurs dort günstiger sein sollte.

Dynamische Devisentermingeschäfte

Der Hauptunterschied zwischen dynamischen Devisentermingeschäften und den anderen Arten von Futures (fest und flexibel) besteht darin, dass sie in Abhängigkeit der Marktbedingungen am Ablaufdatum des Vertrags einen besseren Wechselkurs ermöglichen können. Diese Art von Devisentermingeschäft ist eher unbekannt. Allerdings ist es eine ideale Lösung für Unternehmen, die sowohl von der Sicherheit eines garantierten Wechselkurses profitieren als auch potenziell die Möglichkeit bekommen möchten, einen günstigeren Kurs in Anspruch nehmen zu können. In vielerlei Hinsicht handelt es sich um eine optimale Steuerung des Wechselkursrisikos, das Sicherheit und Gewinnchancen miteinander verbindet.

EZB

Als Abkürzung für die Europäische Zentralbank. Ihre Geldpolitik hängt von einem kürzlich geänderten Inflationsziel von 2 % ab, das ihr mehr Flexibilität bei der Reaktion auf makroökonomische Entwicklungen oder externe Schocks (wie eine Pandemie) ermöglicht. Darüber hinaus bezieht ihre Geldpolitik nun auch den Klimawandel mit ein.

Factoring

Ursprünglich handelt es sich dabei um eine Finanzierungslösung, um der Liquiditätsprobleme vorweggenehmen zu können. Konkret heißt das, dass ein Unternehmen, das diese Regelung in Anspruch nimmt, seine Kundenforderungen an ein Drittinstitut, den so genannten „Factor“, abtritt, der das Unternehmen bei seinem Liquiditätsbedarf und in allen Entwicklungsphasen begleitet. Obwohl das nicht die ursprüngliche Idee war, gehört dazu auch die Absicherung des Wechselkursrisikos im Rahmen des Exportfactorings. Um sich gegen Schwankungen der Devisenkurse abzusichern, können Exportunternehmen einen Vorschuss auf die Bezahlung der Rechnungen erhalten. Diese Lösung wird jedoch immer seltener genutzt, da sie erhebliche Nachteile mit sich bringt: hohe Kosten, komplizierte und schwer verständliche Verträge und vieles mehr.

Fälligkeitsaufschub

Es handelt sich dabei um eine interne Technik zur Verwaltung von Währungsabsicherungen, ähnlich wie beim Netting. In diesem speziellen Fall nutzt das Unternehmen die Zahlungsfristen, um von einer günstigen Entwicklung des Wechselkurses profitieren zu können. Wenn es sich beispielsweise um ein importierendes Unternehmen handelt und es eine Aufwertung der Rechnungswährung erwartet, wird es versuchen, den Lieferanten früher zu bezahlen. Allerdings wird schnell deutlich, dass diese Regelung zahlreiche Nachteile mit sich bringt und eine sehr detaillierte, fast tägliche Steuerung des Wechselkursrisikos erforderlich macht - was den meisten Unternehmen und Finanzern nicht möglich ist.

FED

Als Abkürzung für Federal Reserve Bank of America. Die amerikanische Zentralbank hat ein duales Mandat. Sie verfolgt sowohl das Ziel der Vollbeschäftigung (das nicht klar definiert ist) als auch ein Inflationsziel. Im Zuge der Pandemie hat die FED ihr Inflationsziel angepasst, um mehr Flexibilität bei der Steuerung ihrer Geldpolitik zu haben. So hat sie ein mittelfristig symmetrisches Inflationsziel von 2 % angenommen. Konkret heißt das, dass sie bei einem vorübergehenden Anstieg der Inflation auf über 2 % weiterhin eine lockere Geldpolitik betreiben kann, um die Wirtschaft zu unterstützen, solange die Inflation mittelfristig bei 2 % liegt. Ohne die Annahme dieses neuen Inflationsziels wäre die FED gezwungen gewesen, ihre Geldpolitik zu straffen.

Festes Devisentermingeschäft

Feste Devisentermingeschäfte werden zurecht von den Unternehmen bevorzugt, um sich gegen das Wechselkursrisiko abzusichern. Damit sichern sie sich einen Kurs für einen bestimmten Betrag an Fremdwährungen, der in der Zukunft verwendet werden kann, unabhängig davon, wie sich der Devisenmarkt über diesen Zeitraum verändert. Mehr als 80 % der Unternehmen, die mit Wechselkursrisiken zu tun haben, nutzen dieses Instrument. Das feste Devisentermingeschäft ist dabei am bekanntesten und gebräuchlichsten, weil es einfach zu verstehen, effizient und im Alltag leicht umzusetzen ist. Durch den Abschluss eines festen Devisentermingeschäfts sichert sich das Unternehmen einen Wechselkurs, der zu einem späteren Zeitpunkt verwendet werden soll. So werden alle Währungsschwankung neutralisiert, die für das Unternehmen ungünstig sein könnten. Dieses Verfahren ist insbesondere dann sinnvoll, wenn zu einem bereits bekannten Zeitpunkt eine Rechnung in Fremdwährung bezahlt werden muss. In der Regel reichen die Laufzeiten von festen Devisentermingeschäften von drei Tagen bis zu 24 Monaten. Sobald der Vertrag ausläuft, wird der gekaufte Betrag direkt auf dem entsprechenden Währungskonto gutgeschrieben.

Flexible Devisentermingeschäfte

Diese Option zur Steuerung des Wechselkursrisikos weist große Ähnlichkeiten mit festen Devisentermingeschäften auf: garantierter Wechselkurs, Zahlung am Fälligkeitstag. Sie bietet jedoch mehr Flexibilität, da der eingefrorene Wechselkurs während der Absicherungsperiode jederzeit zum Kauf von Währungen verwendet werden kann. Flexible Devisentermingeschäfte sind daher besonders für Unternehmen geeignet, die innerhalb eines bestimmten Zeitraums vor mehreren Zahlungen stehen, ohne den genauen Zeitpunkt der Zahlung im Voraus zu kennen.

FOMC

Als Abkürzung für Federal Open Market Committee. Das Führungsgremium der FED, das über die Geldpolitik der USA entscheidet und alle Offenmarkt-Geschäfte (z. B. den Kauf und Verkauf von Staatsanleihen) kontrolliert. Es besteht aus elf Mitgliedern mit einem Vorsitzenden an der Spitze, der vom Weißen Haus ernannt und vom US-Senat bestätigt wird. In den letzten Jahrzehnten war zu beobachten, dass das FOMC die US-Geldpolitik häufig an die Schwankungen des Dollars angepasst hat, um die Wirtschaft bei Bedarf zu unterstützen.

Fundamentalanalyse

Bezieht sich auf die Berücksichtigung von makroökonomischen Statistiken, politischen Ereignissen und Entscheidungen der Zentralbanken, um die Preisentwicklung von Währungen zu antizipieren.

Hebelwirkung

Damit erhält man die Möglichkeit, eine Summe zu investieren, die über die eigenen finanziellen Fähigkeiten und Positionen hinausgeht, und auf diese Weise einen höheren Gewinn zu erzielen. Wenn Sie zum Beispiel 100 Euro mit einem Hebel von 10 investieren, können Sie fast 1000 Euro einsetzen. Aber Vorsicht: Man kann auch sehr hohe Verluste durch die Hebelwirkung erleiden. Wenn der Vermögenswert, in den Sie investiert sind, um 10 % fällt, beträgt der Verlust 100 Euro - das ist der gesamte Betrag, den Sie anfangs tatsächlich investiert haben.

Hedging

Damit werden Maßnahmen bezeichnet, um sich gegen ungünstige Kursschwankungen auf dem Devisenmarkt abzusichern. Eine klassische Hedging-Technik besteht darin, zwei gegensätzliche Positionen auf das gleiche Währungspaar in gleicher Höhe einzugehen. Unabhängig davon, welche Schwankungen in der Zukunft auftreten, mit dieser Strategie wird das Risiko reduziert.

Indexklausel

Es gibt Vertragsklauseln zur Begrenzung des Wechselkursrisikos, auch wenn sie oft unvollkommen sind. Die Indexklausel ist die bekannteste Klausel. Sie soll das Wechselkursrisiko aufteilen und die Modalitäten zwischen den Vertragspartnern erläutern. Es werden zwei Kategorien unterschieden: Die proportionale Indexklausel (mit der das Wechselkursrisiko für eine Partei ausgeschaltet, aber auf die andere Partei abgewälzt wird) und die proportionale Indexklausel mit Selbstbehalt (bei der das Wechselkursrisiko auf den Preis abgewälzt wird, aber erst ab einem von den Vertragsparteien gemeinsam festgelegten Schwellenwert).

Inflation

Im Zuge der Überwindung der Corona-Krise handelt es sich dabei um das Thema der Stunde für die Finanzmärkte. Die Inflation wird anhand von zwei Hauptindikatoren gemessen: dem Verbraucherpreisindex und dem Erzeugerpreisindex. Der Devisenmarkt neigt dazu, eher dem Verbraucherpreisindex als dem Erzeugerpreisindex zu folgen. Beide Statistiken sind relativ unvollkommene Konstrukte zur Beurteilung der allgemeinen Preisentwicklung. So bleibt zum Beispiel der Preisanstieg von Finanzanlagen bei der Berechnung der Inflation unberücksichtigt. Außerdem werden in Europa die Mieten in die Berechnung des Verbraucherpreisindexes einbezogen, nicht jedoch die Rückzahlungen von Darlehen, die für den Kauf von Wohneigentum aufgenommen wurden. Einige Ökonomen haben auch darauf hingewiesen, dass sich das Konsumverhalten nach Corona nachhaltig verändert hat (mit einer zunehmenden Bedeutung des digitalen Bereichs), was bei der Berechnung der Inflation jedoch nur unvollständig berücksichtigt wird.

Interbankensatz

Der Zinssatz für kurzfristige Kredite, den Banken untereinander vergeben können. Der Interbankensatz hat die Besonderheit, dass er sich auf alle Zinssätze auswirkt (einschließlich der Zinssätze für regulierte Sparbücher, der Zinssätze für Verbraucherkredite, der Immobilienzinsen oder auch der Zinssätze, zu denen sich Unternehmen bei Banken verschulden können).

IWF

Der Internationale Währungsfonds, der aus der Nachkriegszeit hervorgegangen ist, ist eine mit 190 Mitgliedsländern eine der weltweit führenden Organisationen, deren Ziel es ist, die finanzielle Stabilität und die währungspolitische Zusammenarbeit auf globaler Ebene zu fördern. Der IWF hat auch die Aufgabe, den am meisten von Schwierigkeiten betroffenen Mitgliedern finanziell zu helfen, und stellt dafür Notfallkreditlinien bereit. Die größten Kreditnehmer des IWF sind derzeit Argentinien, Ägypten, die Ukraine und Pakistan.

Klausel zum geteilten Risiko

Diese Klausel sieht eine Risikoteilung zwischen den beiden Vertragsparteien vor (in der Regel erfolgt die Aufteilung hälftig), wenn sich der Wechselkurs ungünstig entwickelt.

Marktorder

Die Marktorder hat kein Preislimit und wird bei der Ausführung gegenüber anderen Arten von Börsenaufträgen bevorzugt. Die Marktorder garantiert üblicherweise die vollständige Ausführung der Order. Sie wird verwendet, um mit Wertpapieren auf sehr liquiden Märkten zu handeln. Der Nachteil der Marktorder ist, dass der Ausführungskurs nicht kontrolliert werden kann.

Mehrwährungsklausel

Einige Verträge sehen diese Regelung vor, die es ermöglicht, den Rechnungsbetrag in mehreren Währungen auszudrücken, wodurch einer der Parteien die Möglichkeit eröffnet wird, sich je nach Entwicklung des Wechselkurses am Fälligkeitstag für die Währung zur Zahlung zu entscheiden, die am besten geeignet ist. Allerdings setzt dies wiederum voraus, dass das Unternehmen intern über die Instrumente und Kompetenzen verfügt, um beurteilen zu können, welche Strategie am besten geeignet ist.

Nachschussforderung

Eine Aufforderung von einem Finanzintermediär an einen am Devisenmarkt positionierten Händler, neues Kapital zur Absicherung seiner offenen Positionen bereitzustellen.

Netting

Dabei handelt es sich um eine interne Technik zur Steuerung des Wechselkursrisikos, ähnlich wie beim Fälligkeitsaufschub (siehe unten). Auf regelmäßiger Basis (das kann wöchentlich oder monatlich sein) nehmen die Finanz-Teams eine Verrechnung der Forderungs- und Schuldenströme zwischen der Muttergesellschaft und ihren Tochtergesellschaften vor und richten die notwendigen Währungsabsicherungen ein. Diese Technik hat viele Vorteile (z. B. eine Rationalisierung der Abwicklungsströme). Sie erfordert jedoch interne Kompetenzen, eventuell zur Einrichtung einer Clearingstelle, die nur großen multinationalen Firmen zur Verfügung stehen.

Nicht konvertierbare Währung

Damit eine Währung als nicht konvertierbar angesehen werden kann, muss sie eines oder mehrere der folgenden Kriterien erfüllen: 1) ihre Verwendung ist mit Einschränkungen verbunden (z. B. keine Möglichkeit für Einkäufe außerhalb des Gebiets, in dem sie offiziell als Zahlungsmittel gilt); 2) sie kann nicht frei gegen eine andere Währung getauscht werden; und 3) sie kann nicht zu einem bestimmten Wechselkurs getauscht werden. Zu den nicht konvertierbaren Währungen gehören der argentinische Peso oder auch die indische Rupie.

Notierung

In der Regel handelt es sich dabei um den Preis für eine Transaktion auf den Finanzmärkten. Auf dem Devisenmarkt spricht man bei der zweiten Währung, die in einem Währungspaar genannt wird, auch von der Notierungswährung. Im Fall von EUR/USD ist die Notierungswährung zum Beispiel der USD.

Offene Position

Eine Position auf dem Devisenmarkt, die nicht aufgelöst oder geschlossen wurde.

Pips

Eine Maßeinheit, die auf dem Devisenmarkt verwendet wird, um den Unterschied zwischen zwei Währungen zu bewerten. Wenn der Euro beispielsweise gegenüber dem US-Dollar zu 1,1802 gehandelt und zu 1,1805 verkauft wird, beträgt die Differenz 3 Pips.

Pivotpunkte

Eines der Schlüsselkonzepte in der technischen Analyse. Ein Pivot-Punkt bezieht sich auf ein Kursniveau, das, wenn es erreicht wird, einen großen Einfluss auf den Trend des Währungspaares haben wird und entweder den Rückgang oder den Anstieg des Kurses zur Folge haben wird. Wenn man das Konzept des Pivot-Punkts verwendet, bezieht man sich in der Regel auch auf die Unterstützungs- und Widerstandsniveaus.

Rollover

Es geht darum, eine Position in einem Derivat offen zu halten, nachdem das Fälligkeitsdatum erreicht wurde. Die Position wird nicht geschlossen und eine neue Fälligkeit tritt ein. Je nach Finanzinstrument variieren die Rollover-Gebühren (Provisionen) stark.

Schwellenländer / exotische Währung

Exotische Währungen haben zwei Hauptmerkmale: 1) geringe Liquidität und 2) höhere Volatilität als die wichtigen Währungen. Exotische Währungen sind z. B. die Währungen von Schwellenländern.

SNB

Als Abkürzung für die Schweizerische Nationalbank oder Zentralbank der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Die Besonderheit hier besteht darin, dass sie ihre Geldpolitik an die EZB und an die Wechselkursentwicklung des Schweizer Franken zum Euro anpasst (als Reaktion auf die engen Handelsbeziehungen zwischen der Schweiz und der Eurozone). Die SNB ist eine der Zentralbanken, die direkt am Devisenmarkt intervenieren, um eine Aufwertung ihrer Währung zu verhindern. Aktuell wird angenommen, dass ein EUR/CHF-Wechselkurs unter 1,05 der sensible Bereich ist, von dem die SNB nicht möchte, dass er unterschritten wird.

Spanne

Der Preisbereich, in dem sich ein Währungspaar in einem bestimmten Zeitraum bewegt.

Spot-Preis

Bezieht sich auf den Preis einer Währung im Verhältnis zu einer anderen für eine Abrechnung, die am selben Tag stattfinden würde.

Spread

Auf dem Devisenmarkt bezieht sich der Spread auf die Differenz zwischen dem Geld- und dem Briefkurs eines Währungspaares. Der Geldkurs ist der Preis, zu dem Sie die Basiswährung verkaufen können. Der Briefkurs ist der Preis, zu dem Sie die Basiswährung kaufen können.

Tapering

Auch als quantitative tightening oder auch Bilanzverkürzung bezeichnet, ist der Prozess, mit dem eine Zentralbank ihre Bilanzsumme reduziert. Dadurch kann es zu zwei Phänomenen kommen: 1) ein plötzlicher Anstieg der Zinssätze oder 2) eine Verringerung der auf den Finanzmärkten verfügbaren Liquidität, und es wird als Faktor gesehen, der die Kurse bestimmter Vermögenswerte (wie z. B. Aktien) steigen lässt. Als die FED nach der Finanzkrise 2007-2008 ihr Tapering einleitete, führte dies zu einem allgemeinen Anstieg des Dollars und vor allem zu einem Rückgang von Schwellenländeranlagen, insbesondere von Schwellenländerwährungen wie dem brasilianischen Real.

Technische Analyse

Bezieht sich auf die Berücksichtigung technischer Indikatoren (z. B. Pivot-Punkte) und vergangener Preisniveaus, um die Preisentwicklung von Währungen zu antizipieren. In der Realität greifen Trader (d. h. Teilnehmer am Devisenmarkt) in der Regel sowohl auf die Fundamentalanalyse als auch auf die technische Analyse zurück, um Schwankungen am Devisenmarkt vorherzusehen.

Unterstützung

In der technischen Analyse wird eine Preisschwelle oder ein Tiefstpreis als Unterstützung bezeichnet, der von einem Währungspaar erreicht wird und dem Ende des Abwärtstrends des Kurses entspricht. Wenn ein Währungspaar eine Unterstützung erreicht, verzeichnet der Preis häufig einen Kurssprung.

Volatilität

Ein Maß für das Ausmaß der Schwankungen zweier Währung im Vergleich miteinander über einen bestimmten Zeitraum. Je volatiler eine Währung ist, desto mehr empfiehlt es sich im Sinne eines guten Risikomanagements, geeignete Absicherungsinstrumente vorzusehen. Einige Währungen können insbesondere bei einem unvorhergesehenen Ereignis einen plötzlichen Anstieg der Volatilität erleben (z. B. die hohe Volatilität des britischen Pfunds nach der Entscheidung im Referendum über den Austritt aus der EU im Jahr 2016 mit „Ja“).

Währung mit gewissem Ausgang

Auf dem Devisenmarkt spricht man bei einer Währung von einer Notierung mit gewissem Ausgang, wenn eine Einheit der nationalen Währung in einer variablen Menge einer ausländischen Währung ausgedrückt wird. Zum Beispiel (mit dem Euro als Landeswährung): 1 EUR = 0,86 GBP.

Währung mit ungewissem Ausgang

Auf dem Devisenmarkt spricht man bei einer Währung von einer Notierung mit ungewissem Ausgang, wenn der Wert einer ausländischen Währung in einer bestimmten Anzahl von Einheiten der Landeswährung ausgedrückt wird. Zum Beispiel (mit dem Euro als Landeswährung): 1 GBP = 1,17 EUR.

Währungsswap

Swaps gibt es schon sehr lange, und anfangs waren sie informell und nicht standardisiert. Die Parteien, die eine Vereinbarung über einen Währungsswap unterzeichnen (typischerweise ein Exporteur und ein Importeur), verpflichten sich, einen vorher festgelegten Betrag an Fremdwährungen zu tauschen, regelmäßig Zahlungen in Höhe der Zinsen zu leisten und den getauschten Betrag zu einem vorher festgelegten Termin zurückzugeben. Bei diesen Vereinbarungen wird ein Vermittler für die Transaktion eingeschaltet, in der Regel eine Bank. Es gibt mehrere Arten von Swaps: Exportswaps, die sich, wie der Name schon sagt, an Exportunternehmen richten, aber auch Parallelkredite, bei denen sich zwei Unternehmen, die in verschiedenen Ländern ansässig sind, gegenseitig einen Kredit in den von ihnen benötigten Währungen gewähren können.

Wechselkursrisiko

Üblicherweise werden drei Arten von Wechselkursrisiken unterschieden: 1) das Transaktionsrisiko, 2) das Konsolidierungsrisiko und 3) das wirtschaftliche Risiko. • Das Transaktionsrisiko bezieht sich auf unerwartete Verluste, die bei der Umrechnung einer Währung entstehen können, typischerweise bei Handelsgeschäften (über Import/Export), Finanztransaktionen (z. B. Kredite) oder Dividendenströmen, die auf Fremdwährungen lauten. Um dieses Risiko zu bewerten, muss die gesamte Wechselkursposition des Unternehmens, sprich die Differenz zwischen seinen Forderungen und Verbindlichkeiten je Währung berechnet werden. • Das Konsolidierungsrisiko besteht nur dann, wenn ein Unternehmen Tochtergesellschaften im Ausland hat. In diesem Fall greift die Muttergesellschaft bei der Konsolidierung der Jahresabschlüsse auf den Wechselkurs zurück, um die Konten ihrer ausländischen Tochtergesellschaften in ihrer eigenen Landeswährung auszudrücken. Diese Transaktion kann zu deutlichen Veränderungen der Gewinne führen, wenn die Muttergesellschaft keine angemessene Währungsabsicherung vorgenommen hat. • Das wirtschaftliche Risiko bezieht sich auf nicht gebundene Ausgaben und Einnahmen, die von einer unerwarteten Veränderung des Wechselkurses beeinträchtigt werden können.

Wechselversicherung

Es gibt Versicherungen, mit denen sich Exportunternehmen gegen das Wechselkursrisiko absichern können, und zwar sowohl für einmalige Transaktionen als auch für regelmäßigere Bewegungen. Bei bestimmten Versicherungen sind sogar Klauseln enthalten, die es ermöglichen, von einer günstigen Währungsentwicklung zu profitieren. Der größte Nachteil sind die Kosten für den Abschluss dieser Versicherungen.

Wertminderung

Bezeichnet den Rückgang des Preises einer Währung infolge der Marktkräfte (insbesondere durch das Aufeinandertreffen von Angebot und Nachfrage).

Wertstellungsdatum

Auf dem Devisenmarktes wird damit das Datum bezeichnet, an dem die gehandelten Währungen geliefert oder belastet werden. Es ist wichtig, daran zu denken, dass der Devisenmarkt mit dem Wertstellungsdatum T+2 arbeitet.

Wichtige Devisen

Als wichtige Devisen werden diejenigen Währungen bezeichnet, die auf dem Devisenmarkt am meisten gehandelt werden. Dabei handelt es sich in absteigender Reihenfolge um den US-Dollar, den Euro, den japanischen Yen und das britische Pfund. Der chinesische Yuan steht erst an achter Stelle.

Widerstand

In der technischen Analyse spricht man von einem Widerstand, um einen Höchstpreis zu bezeichnen, der von einem Währungspaar erreicht wird und dem Ende des Aufwärtstrends des Kurses entspricht. Wenn ein Paar auf einen Widerstand stößt, kommt es häufig zu einem Kursrückgang.

Wirtschaftskalender

Er enthält alle wirtschaftlichen Ereignisse (Statistiken, Zentralbanksitzungen, Reden von Zentralbankern, wichtige politische Ereignisse usw.), die sich auf den Wechselkurs von Währungen auswirken können.

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